Der Kern und das Ziel aller religiösen Erfahrung ist die Gewissheit von einer absoluten Wirklichkeit, die wir Gott nennen. Gott ist der Ursprung und das Ziel allen Lebens. Nach christlicher Überzeugung ist er jedoch nicht nur jenseits dieser Welt, sondern auch mitten in dieser Welt erfahrbar. Der heilige Paulus sagt: „Keinem von uns ist er fern. Denn in ihm leben wir, bewegen wir uns und sind wir." (Apg. 17, 27f).

Für uns Christen wird Gott besonders in der Liebe erfahrbar: „Wir haben die Liebe, die Gott zu uns hat, erkannt und gläubig angenommen. Gott ist die Liebe, und wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott, und Gott bleibt in ihm" (1 Joh. 4, 16).

Diesem biblischen Glauben wissen wir uns verpflichtet, wohlwissend, dass religiöse Erfahrung nicht herstellbar ist. Dennoch können durch den Schatz der christlichen und kirchlichen Überlieferung Wege gewiesen werden. Da der Weg für den Einzelnen auch lange sein kann, braucht es bisweilen Ausdauer und Geduld. Religiöses und jegliches Wachsen geschieht so, wie es Rilke in seinem schönen Gedicht beschreibt:

Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen,Foto: Stefan Haser. Mit freundlicher Genehmigung
die sich über die Dinge zieh'n.
Ich werde den letzten vielleicht nicht vollenden, aber versuchen will ich ihn.
Ich kreise um Gott, um den uralten Turm,
ich kreise Jahrtausende lang.
Ich weiß nicht, bin ich ein Falke, ein Sturm
oder ein großer Gesang.

Auch wenn Rilke - wie wir alle - um seine Vollendung in dieser Welt nicht weiß, so gibt er doch nicht auf, weil er fühlt, dass alles         Leben ein Kreisen um einen absoluten Mittelpunkt, nämlich Gott, ist.                             [Foto: Stefan Haser. Mit freundlicher Genehmigung]

In dieser Gewissheit um die zentrierende und allgegenwärtige Präsenz Gottes steht Rilke in einer großen Tradition wie die des aramäischen Vater Unsers. In ihm heißt es in einer Übersetzung:

O Du, atmendes Leben in allem, Ursprung des schimmernden Klanges. Du scheinst in uns und um uns, selbst die Dunkelheit leuchtet, wenn wir uns erinnern.

Hilf uns einen heiligen Atemzug zu atmen, bei dem wir nur Dich fühlen – und Dein Klang in uns erklinge und uns reinige.

(vgl. www.AntjeNagula.de; Vater Unser – Abwun d'Bwaschmaja)

Da diese letzte Wirklichkeit also in allem und überall zu finden ist, lohnt es sich.

Projekte

Je nach Möglichkeit (nicht bindend) werden in den einzelnen Klassen verschiedene Angebote gemacht. Dies kann z. B. sein:

Klasse 5: Besuch der Bibelgalerie in Meersburg

Klasse 6: Angebot zur Gesundheits- und Suchtprävention

Klasse 7: Besuch im Altersheim

Klasse 8: Besuch der Moschee

Klasse 9, 10, Kursstufe: Gesundheitsprojekte (z. B. „Verrückt – na und? Seelisch fit in der Schule", Angebote von Pro familia), Projekte aus aktuellem Anlass (z. B. zu gesellschaftspolitischen Themen), Schulgottesdienste

Bildungsplan

Es gilt selbstverständlich der Bildungsplan für das Allgemein bildende Gymnasium, Baden-Württemberg 2004. Internet: www.bildungsstandards-bw.de