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Kronica von der loblichen Eydtgnoschaft Jr harkõmen vnd sust seltzam strittenn vnd geschichten, so lautet der Titel der ersten gedruckten Chronik, welche die Gesamtgeschichte des Schweizervolkes enthält. Gedruckt wurde sie in Basel von Michael Furter im Jahr 1507.

Ihr Verfasser ist Petermann Etterlin, dem Rudolf Husenegk assisitierte. Petermann Etterlin (ca. 1430/40-1509), Stadt- und Gerichtsschreiber, Fürsprech in seiner Heimatstadt Luzern, schrieb die Chronik in den Jahren 1505-07, wobei er "üss vil bewerten, wahrhafften hystorien, geschrifften und erfarnen lütten" schöpfte, so etwa aus den Chroniken des Melchior Russ, Schradin, Schedel, Königshofen, Lirer, Rolewinck u.a. Etterlin behandelt als erster Historiograph die gesamte Geschichte der Eidgenossenschaft von Meinrads Klostergründung in Einsiedeln (um 835) bis zum Gattenmord des Luzerner Söldners Hans Spiess (1503). Hier findet sich auch zum ersten Male die Tellsage. Für sein Unternehmen ausschlaggebend war wohl das nach dem Schwabenkrieg gesteigerte eidgenössische Selbstbewusstsein, die Abwehr der von den deutschen Humanisten wie Jakob Wimpfeling geführten literarischen Angriffe gegen die Schweizer als ein dem Reich abtrünniges, ungesittetes Volk. Unter den 29, von 12 verschiedenen Stöcken gedruckten Holzschnitten sind verschiedene Gruppen zu unterscheiden. Die eine umfasst vier Bilder, welche der von Furter 1496 gedruckten Meinradslegende entlehnt sind. Eine andere Gruppe von zwei Holzschnitten stammt, gemäß F. Hieronymus, aus den "Revelationes" des Methodius (Furter 1498 und später). Sie zeigen einen Kampf zwischen Kreuzrittern und Türken sowie die Belagerung einer Stadt durch einen christlichen Herrscher: möglicherweise Karl der Große vor Rom. Feiner stilisiert sind zwei mehrmals wiederholte Kriegsbilder der dritten Gruppe, die, wie Kostüme und Stil beweisen, sicher nach 1500 gezeichnet wurden.

Fünf Holzschnitte, die wir im Folgenden abbilden, sind sicherlich speziell für diese Veröffentlichung entstanden.