Bibliothek

BibliothekIn der virtuellen Bibliothek sollen besondere Exemplare aus der Suso-Bibliothek vorgestellt werden. Dabei handelt es sich teils um prächtig illustrierte Werke. Neben einigen Informationen über Autor und Buch finden Sie einige ausgewählte Abbildungen aus den jeweiligen Werken.

DescriptionEin weiteres Prunkstück der Suso-Bibliothek sind 11 Bände der Description de l’ Egypte. Das Monumentalwerk präsentiert das gesamte Wissen über das alte Ägypten, die Naturgeschichte des Landes und das zeitgenössische Ägypten, das einige der besten französischen Wissenschaftler während Napoleons Expedition gesammelt hatten und begründete die Ägyptologie.

Die dreitausend wunderschönen Stahlstiche der Bildbände zeigen deutlich die Faszination der Forscher und zeichnen ein Bild des alten Ägypten, das auch den heutigen Betrachter in seinen Bann zu ziehen vermag.

HortusDas Pflanzenbuch, das das Herz jedes Blumen- und Bücherliebhabers höher schlagen lässt, ist der berühmte Hortus Eystettensis. Da Einzelblätter aus dem Hortus teuer gehandelt werden sind komplette Exemplare selten, die Suso-Bibliothek ist jedoch im Besitz eines solchen Schatzes. Unserem Exemplar von 1640 fehlen lediglich 12 Blätter, die aber offenbar nicht nachträglich entfernt sondern versehentlich nicht eingebunden wurden. Schon äußerlich ist der botanische Prachtband beeindruckend, hat er doch die Maße 46cm x 58cm und wiegt etliche Kilogramm. Restlos begeistert ist aber, wer den großen Folianten aufschlägt…

MercatorDie zweite Hälfte des 16. Jahrhunderts war eine Zeit rasanter Umwälzungen und großer Fortschritte in der wissenschaftlichen Kartographie, die untrennbar mit dem Namen Gerhard bzw. Gerardus Mercator verbunden sind. Mercator war einer der ersten, der Landkarten zu einem Kartenwerk in Buchform zusammenfügte, welches er „Atlas“ taufte.

Unsere Bibliothek besitzt Exemplare der Mercator-Hondius-Atlanten von 1613 und 1633, deren Vergleich die ständige Zunahme der topographischen Kenntnisse zeigt, die Gestalt Südamerikas etwa wandelt sich radikal, die Insel Korea wird zur Halbinsel.

Vor fast 500 Jahren beschrieb Olaus Magnus, letzter Titularbischof von Uppsala, als erster die unbekannte Welt Nordeuropas. Seiner legendären Carta Marina von 1539 ließ er 16 Jahre später eine 22-bändige, mit Holzschnitten reich illustrierte, Historia de gentibus septentrionalibus oder „Beschreibung der Völker des Nordens“ folgen, die einen Kommentarband zur Carta Marina darstellt. Mit ihren zahlreichen Illustrationen, lebensechten Anekdoten und phantastischen Geschichten ist die Historia heute wie damals lohnende und amüsante Lektüre.

CosmographiaDie Cosmographia, eigentlich „Cosmographey. Oder beschreibung Aller Länder herrschafftenn und fürnembsten Stetten des gantzen Erdbodens sampt jhren Gelegenheiten, Eygenschafften, Religion, Gebreüchen, Geschichten vnnd Handthierungen…“ ist das Hauptwerk des Humanisten und Geographen Sebastian Münster.

Münsters 1545 erstmals erschienene „Beschreibung der Welt, mit allem was darinnen ist“ ist die erste wissenschaftliche und zugleich allgemeinverständliche Weltbeschreibung in deutscher Sprache und zählt, neben Hartmann von Schedels Weltchronik, zu den wichtigsten geographischen Werken des 16. Jahrhunderts.

MargaritaDie Margarita philosophica des Kartäusermönchs Gregor Reisch stellt einen der ersten Versuche dar, das gesamte verfügbare Wissen in einem gedruckten Buch zu vereinen. Die 1503 erstmals erschienene Enzyklopädie in lateinischer Sprache wurde für über ein Jahrhundert zum zentralen Lehrbuch an deutschen höheren Schulen und wurde in rascher Folge neu aufgelegt. Ihre Beliebtheit spiegelt sich auch im Bestand der Suso-Bibiothek wider, in der die Margarita in vier verschiedenen Auflagen vertreten ist, der Erstausgabe von 1503, Ausgaben von 1510 und 1515 und der letzten von Reisch selbst herausgegebenen von 1517.

KronicaAm 24. Dezember 1507 erschien, gedruckt durch Michael Furter in Basel, die erste Chronik, welche die Gesamtgeschichte des Schweizervolkes enthält. Der Verfasser ist Peter Etterlin, sein Helfer und Korrektor Rudolf Husenegk.

Neben der ersten Abbildung der Stadt Luzern und einem Holzschnitt, der den Rütlischwur darstellt, findet sich in der Chronik zum ersten Mal die Tellsage, illustriert durch einen prächtigen Holzschnitt.

Andreas Vesalius1543 erschien in Basel das großformatige und großvolumige Werk über Anatomie des menschlichen Körpers. Es ist in sieben Bücher aufgeteilt, die der Reihe nach die menschlichen Knochen, Muskeln, Venen, Arterien, Organe des Unterleibes, des Brustkorbes und des Kopfes beschreiben.

Ganz besonders eindrücklich wird das Werk aber durch seine über 250 Holzschnitte, die teilweise von Vesalius, zum größten Teil aber aus der Schule Tizians in Venedig stammen. Berühmt sind darunter die ganzseitigen Skelettdarstellungen, die auch an die Vergänglichkeit alles Irdischen gemahnen sollen, und die vierzehn Abbildungen von Muskelmännern vor einer Landschaft aus der Provinz Padua.

Der Prozess gegen Galilei, sein Kampf gegen die Kirche sind bekannt. Dass kirchliche Astronomen, vor allem aus dem Orden der Jesuiten keinesfalls die verbohrten Ignoranten waren, für die man sie hielt, zeigt ein kleines Bändchen unserer Bibliothek. Es erschien 1614 unter der Ägide von Christoph Scheiner, einem der bedeutendsten jesuitischen Astronomen in Ingolstadt und diskutiert die aktuellen astronomischen Entdeckungen.

Dabei werden auch Galileis Entdeckungen (u. a. Phasen der Venus, Jupitermonde) behandelt und sogar in ihren Konsequenzen akzeptiert.

Gaij Julij Cesaris1530 erschien die Übersetzung von Caesars "De bello gallico" und "De bello civili" in Mainz. Der Übersetzer, Mathias Ringmann (1482 - 1511), stellte dabei eine direkte Verbindung zwischen Caesar und dem Deutschen Kaiser Maximilian I. (1459 - 1519) her.

Der Band ist mit schönen Holzschnitten geschmückt, wobei die Beteiligten in den Kostümen des frühen 16. Jahrhunderts auftreten.